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19.06.2007

Zeit mal wieder aus meiner Sicht zu schreiben.

 Ja, Halbzeit und es steht momentan Unentschieden. Kanada hat sich zwar in der ersten Hälfte durch allerhand neue Spieler und modernerer Kleidung etwas mehr ins Spiel gebracht, jedoch sollten gezieltes Zuspiel sowie Taktik und Teamgeist hier eine glasklare Entscheidung herbeiführen. Der desolate Zustand des Spielfeldes kann nur durch eine dauerhafte Verlegung auf Spielplätze im nahem Umland entschädigt werden. Von deutscher Seite gibt es massenweise gezielte Steilvorlagen, die im ersten Drittel beinahe zu einem Eigentor geführt hätten. Nur durch massiven Druck des Managements während des Spiels und jeder Menge Auswechslungen konnte ein kontinuierliches Tempo und eine verbessernde Leistung festgestellt werden. Wir haben also eine packende 2.Halbzeit zu erwarten.

So sieht es aus und ich erlebe die Stadt und den Alltag hier nur wirklich mit allen Höhen und Tiefen. Mal muß ich schmunzeln, mal bin ich geschockt und es gibt auch Tage da weiß ich nicht, was ich von dem Ganzen halten soll und muß es auch irgendwie verdauen. Um eine Stadt wie Winnipeg zu erleben sollte man sich einfach mal einen Tag in den öffentlichen Nahverkehr (Bus) begeben und kreuz und quer durch die Stadt fahren und hier und da mal anhalten. Es begegnet Dir allerhand "Mentalität", Kultur, Kunst und Kitsch, Erstaunliches, Großes sowieso und auch vieles zum Augen schließen und schnell an was anders denken. Ob es die beiden First-Nations (Indianer) an der Straßenecke sind, die sich zum letzten Abendgruß nochmal mit ´ner Flasche Lysterine-Mundwasser zuprosten oder die geballte Ladung Mensch, die wohl in den letzten 5 Jahren als Test-Esser bei McDoof eingestellt war und für die der Busfahrer jetzt zum Einsteigen die Laderampe rausfahren muss. Am meisten begeistert bin ich jedoch jeden Tag von diesem realen und noch vorhandenen Bewußtsein für Freundlichkeit und Respekt gegenüber deinen Mitmenschen. Es kostet kein Geld, es strengt nicht an und es geht einem auch danach ganz gut. Einfach mal "Thank you" zu sagen oder jemandem die Tür auf zu halten. Da nimmt der frühpubertierende Skateboarder mit Yankee-cap gerne mal einen weiten Schlenker um die 77-jährige Omi mit Nike´s und frisch entwendetem Einkaufswagen auf dem Gehweg. Ich erinnere mich jedenfalls an andere Szenen aus Deutschland. Es ist alles etwas anders und man lebt damit. Kommen wir zu der Frage, wie man sich hier als "kanadischer" Mann das Leben schöner macht. Zu ca.75% fährt man hier einen Pick-up Truck mit ordentlich Zylinder unter der Mütze und einem(!) leeren Bierkarton auf der Ladefläche, dazu Baseballcap von irgendeinem Motorenölhersteller und wichtig, Kaffeebecher und Handy in der Hand. Oder: Morgens um 6.00 raus und mit den Kameraden ne Runde Golf spielen. Ob jetzt direkt an einer Hauptverkehrsstraße in Richtung Innenstadt (nahe Klärwerk) oder am 9-Loch Kurs im Gewerbepark...Hauptsache das Outfit stimmt und es wird mit einem batteriebetriebenen Auto von Loch zu Loch gefahren. Ach ja!..Handy nicht vergessen! Am Wochenende geht es dann raus mit der Family zur Cabin an irgendeinen See. Die Pick-up Freaks müssen ihre Allrad-Monster dann ins fast ausgetrocknete Flussbett des Red-River Floodway entführen und dann auch mal auf allen Vieren durch die Pampe krabbeln lassen. Ich bin dann lieber etwas "langweilig", stehe morgens auf, fahre ohne zu Golfen zur Arbeit und plane mit der Familie das nächste Wochenende. Das sieht dann jedes mal anders aus und wer uns kennt der weiß ja auch, das uns unsere Spontanität und Abenteuerlust immer an neue Orte führt. Ich befinde mich somit in der Minderheit von den ca. 25% aber..macht mir halt mehr Spaß. Angeln hatte ich ja noch gar nicht erwähnt! Tja...Kollegen und Kameraden in Deutschland...Zander, Barsch und Hecht begrüßen einem hier schon beim zusammenstecken der Angel und Köder aufziehen. Ködernadel? Drachkovitch-System? Spirolinos für Forellen?...wer schießt denn mit Kanonen auf Spatzen? 4 cm Laube am Aalhaken und denn geht das los. Mehr Zeit für `ne frische "Handwurst" vom Grill kann ich da nur sagen. Aber ich erzähl lieber, wenn ich im August zu Hause bin.

Für heute denn auch erst mal genug denn das Spiel geht weiter hier und ich muß mich für irgendein Team entscheiden. Das Spiel gefällt mir im Moment ganz gut. Der Schiedsrichter läßt sich nicht bestechen, hat immer ein wachsames Auge und ein Ergebnis wird es bekanntlich kurz vor Ende geben. Sollte es dann immer noch unentschieden stehen, dann wird erstmal Verlängerung gespielt.

Fans sind jedenfalls genug da und das ist glaube ich das Beste an dem ganzen Spiel. Dank Euch allen!

Frank

06.Oktober 2006

Nun wird´s aber auch Zeit, das diese Seite mal aktualisiert wird. OK, wir haben volle 9 Monate rum hier und das bedeutet gleichzeitig 1/4 der gesamt geplanten Zeit.

Worüber soll ich schreiben, wo fang ich an?? Wenn ich es von meinem Standpunkt jetzt betrachte, dann muß ich feststellen das der gewöhnliche Alltag fast mit dem in Deutschland zu vergleichen ist und wir hier (bis auf ein paar Lebensmittel) auf nichts verzichten müssen. Ich gehe ganz gewöhnlich morgens zur Arbeit und komme so einigermaßen geregelt auch nach Hause. Der Weg dorthin führt natürlich durch dicken Großstadtverkehr und daran muß man sich dann erstmal gewöhnen. Vorteil hier: Der Kanadier läßt es auch im Straßen(!)-Verkehr gaaanz ruhig angehen. Streß und Drängeleien gibt es kaum, denn hier muß man sich (Dank der üblichen Automatikschaltung) auf andere Sachen konzentrieren. Habe mal auf dem Heimweg bewußt beobachtet, womit man sich im Auto die Langeweile so vertreibt! Nummer 1: telefonieren (der absulute Hit und wahrscheinlich cool bei Jung und Alt) Nummer 2: Kaffeepott muss dabei sein! (ob es der "Double-Double" von Tim Hortons ist oder der Designer-Thermosbecher aus Edelstahl, getrunken wird am Steuer) Nummer 3: Popeln!. jawoll und zwar was das Zeug hält. Ok, haben wir alle schon gemacht, aber lasst Euch sagen, Schaltgetriebe machen hier mehr Sinn und sind auf Dauer nicht so peinlich. Dann fahre ich jeden Tag an ca. 20-30 wild geparkten, herrenlosen Einkaufswagen vorbei. Hier ist es Sitte, das man den Einkaufswagen vom Laden bis zu 1 Km weit und bis ca.50m vor der Haustür weit schiebt, seine gepackten Einkaufstüten entnimmt und den Wagen dann wild parkt. Irgendein speziell dafür zuständiges Unternehmen sammelt dann innerhalb einer Woche diese Wagen wieder ein, repariert diese und bringt sie zurück zum jeweiligen Laden. Werde mal ein paar Fotos von den Wagen machen.

Der Feierabend unterscheidet sich kaum von dem in Deutschland und wer uns kennt, der weiß ja auch, wie sich dieser bei uns normalerweise zusammen setzt. Mel und ich versuchen den Kindern natürlich so viel wie Möglich bei den Hausaufgaben und dem Sprachunterricht zu helfen. Sie machen sich sehr gut hier und es ist erstaunlich wie weit die beiden sich hier schon entwickelt haben. Sie haben hier schon sehr gute Freundschaften geschlossen und somit kommen wir natürlich auch in Kontakt mit den jeweiligen Eltern. So hat es sich z.B. bei einem Paar ergeben, das wir alle 4 (bzw5, denn sie haben 3 Kinder) uns so gut verstehen, das wir auch außerhalb der Schule gemeinsame Interessen haben und sehr viel gemeinsam unternehmen. Sei es jetzt, das ich mit "ihm" angeln gehe, oder wir alle gemeinsam am Wochenende irgendwo hinfahren oder uns besuchen.

In einer Stadt wie Winnipeg zu wohnen und zu Leben hat seine Vorteile und natürlich auch ebenso viele Nachteile. Vorteil ist, das man sich für 15 Minuten in den Bus setzt und man sich in Downtown richtig austoben kann. Sei es nun shoppen "bis der Arzt kommt", ein Konzert (James Blunt, Red Hot Chili Peppers, The Who waren kürzlich hier), ein Eishockeyspiel der "Manitoba Moose" oder eben nur ein Bummel durch die (völlig überdachte) Innenstadt macht. Einkaufen macht Spaß hier und im Gegensatz zur "Service-Wüste" Deutschland wird man hier noch wirklich freundlich und hilsbereit bedient. Klamotten sind hier (wenn man richtig schaut) um einiges billiger als in Deutschland und der Clou ist, das auf Kinderkleidung gar keine MwSt. erhoben wird!! Appropos Mehrwersteuer: Die müssen wir hier auch zahlen, nur wurde diese am 01.Juni 2006 mal eben so von 14% auf 13% GESENKT! Tja, nur eines der vielen Streitpunkte momentan in Deutschland, oder? Kommen wir zu den Spritpreisen: Im Januar hatten wir ein Tief von 79,9cent/L. Im August (...war ja wohl nicht so gut im Iran und mit dem blöden Heini der "unter uns" in Amerika wohnt..) hatten wir ein "Hoch"von 119,9cent/L. Nun ist alles wieder gut und wir zahlen 89,9 momentan. Wir fahren hier einen Van (Pontiac-Montana) und der schluckt mit seinen 3,4L und 190PS so knappe 12 Liter. Eine Wochenendtour von 500Km lässt sich also finanziell noch verkraften. Nachteile an einem Leben in der Stadt: Man hat keine Gemeinde um sich herum, alles ist anonymer und für den Spaziergang im Wald muss man schon ein wenig fahren. Bringen wir es auf den Punkt...wir vermissen Nordseeküste mit steifer Brise und einfach nur unsere Freunde, Familien und Bekannten. Tagsüber oder abends mal eben bei einer "Tasse Bier" zusammensitzen und klönen. Aber das ist ja wohl auch völlig normal. Über Weihnachten geht es ja nun für uns zum ersten mal wieder zurück in die Heimat und die genauen Daten wissen die meisten von Euch ja auch. Dann wird natürlich wieder vernünftiges, chemikalienfreies und vor allem billigeres Bier getrunken als hier. Ich freu mich auf Euch!

Prost!   Frank


11.April 2006

Wie schon erwähnt: Es taut!! ...und damit geht auchbald wieder die Angel-Saison los. Hier ein kleiner Vorgeschmack, wie hier zu Lande mit dem Thema "Fischen" umgegangen wird. Demächst mehr!

Fischen in Kanada??

 

21.Januar 2006:

Tja, nach einem halben Jahr voller Entscheidungen, gemischter Gefühle und vielen schlaflosen Nächten sind wir nun letztendlich doch (wieder) in Winnipeg gelandet. Für Melanie und mich ist Kanada nach unserem letzten Aufenthalt im Jahre 1990 auch nie richtig aus dem Kopf verschwunden. Man sieht etwas im Fernsehen, liest etwas in den Zeitungen, hört anderen Menschen beim Schwärmen über eines der schönsten Länder der Erde zu und fragt sich dabei immer wieder: Warum eigentlich nicht??...

Wahrscheinlich hat es alles so sein sollen und wir wissen heute auch nicht, ob dieser Schritt jetzt in die richtige Richtung war, aber eines wissen wir jetzt schon ganz genau: Wir sind hier genau so gut aufgehoben wie in Ostfriesland und Gesund und Glücklich sind wir auch....also?!

Wir können unsere Familien und Freunde zwar im moment nicht so oft sehen, besuchen oder einfach nur eben mal in den Arm nehmen, aber dafür sieht es heutzutage mit der Kommunikation schon wesentlich besser aus als 1990. Wir haben deutsches Radio, können übers Netz (fast) kostenlos telefonieren, e-mails schreiben, Fotos in nullkommanix rüber schicken und wenn´s mal ganz doof läuft, dann sind wir auch innerhalb von 24 Stunden wieder in der Heimat. Zu dem kommt noch, das wir hier in einem schönen Stadtteil von Winnipeg leben, der einen hohen Anteil an deutsch-stämmigen Kanadiern aufweist. Da findet man dann auch allerhand deutsche (europäische) Läden in der Nähe. Also auf Sauerkraut, Rotkohl, Grünkohl (!!) usw. brauchen wir hier nicht zu verzichten und leckeres (schweres) Brot gibt es beim Holländer an der Ecke. Fleisch und deutsche Bratwurst gibt´s beim deutschen Metzger. Der freut sich immer riesig, wenn ich am Samstag morgen den "Sonntags-Braten" abhole!...dann wird sich zusammen mit ein paar älteren deutschen Veteranen hinten in der Metzgerei erstmal über Merkel, Fußball-WM und Sat-Schüsseln unterhalten und um so einen Stammtisch abzurunden gibt´s dann auch ein gepflegtes Warsteiner oder Krombacher (aus der Dose) dazu. Rudi (der Metzger) macht nebenbei das Schlachthaus sauber und im Gespräch mit den anderen muß ich dann immer an "bei uns in Deutschland" denken...einfach nicht möglich sowas! Da macht der Lehrling oder ein "1Euro-Mensch" den Laden wieder Tip-Top und der Meister träumt nebenbei schon von einer Groß-Schlachterei mit Fleischimporten aus Belgien und Holland um später dann noch ins "Dosen-Fleisch Geschäft" einzusteigen....Nee, dann lieber Dosenbier mit Rudi und Sonntags einen frischen Braten im Topf.

Nach 3 Wochen voller Behörden-Gänge, Bank, Auto-Kauf, Arbeit, Schule usw. kehrt nun so langsam der "Alltag" wieder bei uns ein. Momentan bekommen wir jeden Tag eine Ladung Neu-Schnee dazu und wir haben bei Durchschnitts-Temp. von -15 bis -20 Grad so um die 80 cm Schnee um´s Haus liegen. Werde in den nächsten Tagen nochmal ein paar aktuelle Bilder machen und dann hier mit einstellen.

Demnächst mehr...

Munterbleiben!

 

 

 

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Letzte Aktualisierung: 19.05.2008